Potsdamer Schlösserlauf - Traumrennen aus vollem Training

7 Wochen nach dem Drittelmarathon beim RBB-Lauf darf ich meine Laufform erneut in testen. Dieser Lauf über 10 km ist für mich erst der zweite Wettkampf überhaupt in meiner neuen Heimat Potsdam, mit Start und Ziel in meinem neuen zweiten zu Hause, dem Luftschiffhafen, der Trainingsstätte in direkter Nachbarschaft zu meinem Büro.

Anders als beim letzten Mal ist die Saison nun bereits ein bisschen weiter fortgeschritten. Vier Wochen vor der Langdistanz in Roth stand also mächtig Trainingsvolumen, gespickt mit einigen intensiven Einheiten, auf dem Plan. Somit fielen allein auf die letzten 3 Tage unmittelbar vor dem Lauf insgesamt über 90 Laufkilometer. Dennoch geh ich mit Hoffnungen und Ambitionen an die Startlinie, aber eben auch mit Ungewissheit, ob meine Beine nach der Vorbelastung so funktionieren würden wie gewünscht.

Um 9:20 ertönt der Startschuss bei gutem Wetter. Es ist teils bewölkt, warm, aber nicht heiß, auch nicht allzu windig. Genau wie beim RBB-Lauf kann ich mich in einer Vierergruppe an die Spitze des Feldes setzen. Anders als vor 7 Wochen nehme ich mir fest vor, am Anfang nicht vorzulaufen, was allerdings auch nicht allzu schwer fällt. Denn obwohl dieses Mal anfangs nicht der Wind von hinten bläst und der erste Kilometer nicht komplett geradeaus verläuft, ist wie beim Drittelmarathon der Kilometer 1 in 3:11 Minuten passé. Für das erste Drittel bleiben wir zu viert bis für den Luisenplatz erreichen. An dieser Stelle setzt sich einer aus unserer Gruppe nach vorne ab und macht Meter um Meter gut, noch bevor es zum Schloss Sanssouci hinauf geht. Das ging dann doch so schnell und wirkte so dominant, dass ich mir dachte, das restliche Rennen um Platz 2 zu bestreiten. Während ich mich in der Bergaufpassage weiterhin an meinen verbleibenden beiden Begleitern festbeiße, laufe ich anschließend auch bergab mit Druck. Schneller als gedacht hänge ich hier bereits die beiden Kontrahten ab, bis deren Schritte langsam verstummen. In der Ferne sehe ich noch den Führenden, der (zusammen mit Rayk auf dem Führungsfahrrad) seinen Schritt weiterin stramm durchzieht. Die Hälfte der Strecke liegt nach 16:23 Minuten hinter mir.

Von nun an lautet für mich die Devise, nicht nachzulassen und so gleichmäßig wie möglich durchzulaufen, um Idealfall meinen Vorsprung auf den Dritt- und Viertplatzierten auszubauen, um Platz 2 zu sichern. Ist leichter gesagt als getan, aber wer hat denn schon behauptet, dass es leicht wäre, über eine halbe Stunde am Limit zu rennen? Dennoch: Es scheint zu klappen! Ich laufe allein am neuen Palais vorbei mit dem Führenden im Blick, der deutlich über 100 m Vorsprung haben dürfte, dann eine Rechtskurve, unter der Unterführung durch und mit einer Linkskurve auf die lange Gerade auf der Forststraße. Nach 8 Kilometern erblicke ich den Führenden wieder in der Ferne, nur dass der Abstand auf einmal dramatisch schnell abnimmt. Unter motivierenden Zurufen beschleunige ich nochmal mit aller Kraft und noch kurz bevor ich aufgeschlossen habe, beginnt der noch Führende zu taumeln und bleibt schließlich stehen (Er wird das Rennen schließlich auf Platz 17 beenden). Den letzten Kilometer lauf ich also in Führung liegend wie entfesselt dem Ziel entgegen. Auch wenn ich auf den letzten Metern noch einmal alles gebe, genieße ich die Zielgerade und beende die 10 km siegreich in einer Zeit von 32:56. Traumhaft!

 

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Abschließend stellt sich die Frage, was in einer Woche mit <15h Training anstatt mit >30h Training möglich gewesen wäre (kleine Anmerkung: Ein Tag war Feiertag, ein weiterer ein Urlaubstag). Aber die Was-wäre-wenn-Fragen sind müßig und auch so hätte ich mir keinen schöneren Rennausgang wünschen können! Die Form stimmt und ich blicke sehr optimistisch auf die nächsten Wettkämpfe blicken. Ich freu mich schon, das kommende Wochenende zusammen mit dem Regionalliga-Team alles zu geben!! Alles was danach kommt, ist auch nicht mehr so lange hin. Insofern: Man sieht sich!

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